Das Baby verstehen

Beschreibung: Die Vorbereitung von Paaren auf die Zeit nach der Geburt eines Kindes, ihre Sensibilisierung für die Signale des Säuglings (Feinfühligkeit) und die Förderung der Qualität der Eltern-Kind-Interaktion, der Beziehung und somit der Bindungsqualität.

Wer/Wann: Eltern von Babys vor u. nach der Geburt, max. 12 Personen (mögl. Paare),
2 Einheiten vor und 4 Einheiten nach der Geburt

Dieser Kurs kann auch von einzelnen Eltern/Paaren gebucht werden. Kosten pro Abend: 100 €.

Wo: Emmendingen, Waldkirch, Gundelfingen, Freiburg und Umgebung

Veranstalter/Kontakt: DKSB (Deutscher Kinderschutzbund), www.scholzdieter.de, elternbildung@email.de, Tel.: 0761 58539448

Kosten: 60 €

Ziele: Eltern in ihrem feinfühligen, intuitiven Umgang mit dem Baby zu unterstützen und zu fördern, um sie zur Herstellung einer überwiegend positiven Beziehung zu befähigen, ist das Ziel einer Frühpräventionsmaßnahme, die am Universitätsklinikum Heidelberg (Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie, Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. med. Manfred Cierpka) erarbeitet wurde. Es handelt sich dabei um ein Kurskonzept, welches für speziell geschulte Hebammen und andere Experten zur Verfügung gestellt wird. Diese begleiten Paare, die ein Kind erwarten, vom Ende der Schwangerschaft an und in der ersten Zeit mit dem Baby in Abendsitzungen bzw. in Wochenendblöcken.

In fünf Sitzungen geht es um die Themen:

  1. Ich sorge auch für mich selbst
  2. Wie können Partner zusammenarbeiten?
  3. Das Baby sendet Signale aus
  4. Warum weint unser Baby?
  5. Vertrauen in die eigenen Kompetenzen

Die beiden ersten Einheiten, die die sich verändernde Situation der Partner thematisieren, sowie die dritte werden für die letzte Zeit der Schwangerschaft anberaumt. Wirkliche Frühprävention setzt zu einem Zeitpunkt an, an dem noch keine Interaktionen stattgefunden haben, die möglicherweise durch Missverständnisse und negative Kommunikationskreisläufe geprägt sein könnten.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Eltern-Kind-Interaktion. In den Sitzungen 3 bis 5, zu denen die Babys mitgebracht werden, stehen Kommunikationssignale des Säuglings sowie einige exemplarische intuitive Verhaltensweisen von Eltern im Mittelpunkt. Sie werden mit Hilfe kurzer Videosequenzen dargestellt und im TeilnehmerInnenkreis (die Teilnahme der Väter wird gewünscht, ist jedoch nicht verpflichtend) besprochen, diskutiert, analysiert. Dabei können auch die realen Babys einbezogen werden. Es geht darum, das Augenmerk auf die subtilen Anzeichen von Aufnahmebereitschaft (z.B. Aufnahme von Blickkontakt) bzw. mangelnder Aufnahmebereitschaft (z.B. Abbruch von Blickkontakt), Belastung (z.B. Müdigkeit), Überforderung (z.B. körperliche Abwehr) und Selbstregulation (z.B. Selbstberuhigungsverhalten) zu lenken und – eingebettet in entwicklungspsychologische Erkenntnisse – ins Bewusstsein zu rücken.

Drei Fragen leiten durch die Videoanalysen:

  1. Wie geht es wohl dem Baby gerade?
  2. Durch welche Signale äußert es seinen Zustand?
  3. Was will es uns mit seinem Verhalten mitteilen?

Dabei spielt der gegenseitige (Erfahrungs-) Austausch der TeilnehmerInnen eine zentrale Rolle, denn erst der Diskurs in einem konkurrenzfreien Rahmen ermöglicht wechselseitige Unterstützung und Anteilnahme, welche sich ihrerseits in der Beziehung zum Baby entfalten kann.